Das Marketing-Café geht in die Winterpause

Drei interessante Marketing-Cafés der Herbst-/Wintersaison liegen hinter uns. Nach Vorträgen und Diskussionen über Kulturmarketing, Big Data und die Zukunft der Mobilität geht es nun in die Winterpause. Im Februar startet das Marketing-Café dann wieder in eine neue Runde.

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Warum der Mensch sein Auto liebt

Der Verkehrs- und Stauforscher Prof. Dr. Michael Schreckenberg war Gast beim Marketing-Café im Technoseum

Verkehrs- und Stauforscher Prof. Dr. Michael Schreckenberg beim Marketing-Café im Technosum - Bild: Stadtmarketing Mannheim GmbH, Andreas Henn

Verkehrs- und Stauforscher Prof. Dr. Michael Schreckenberg beim Marketing-Café im Technosum - Bild: Stadtmarketing Mannheim GmbH, Andreas Henn

Prof. Dr. Michael Schreckenberg hat den  Menschen und sein Verhältnis zur  Mobilität  durch und durch erforscht.  Der Mensch will möglichst schnell, bequem und kostengünstig von Punkt A zu Punkt B gelangen. Dafür nimmt er gerne Staus in Kauf, weiß eigentlich, dass er so die Umwelt schädigt, die Straßen kaputt macht, Energiereserven verbraucht, ja, dass er seine Zeit verschwendet. Das alles blendet er aus, denn: er liebt sein Auto. „Der Individualverkehr bleibt in den nächsten vierzig, fünfzig Jahren auf jeden Fall das Verkehrsmittel erster Wahl“,  ist der Verkehrs- und Verhaltensforscher von der Universität Duisburg-Essen überzeugt. Der Inhaber des Lehrstuhls „Physik von Transport und Verkehr“ arbeitet seit mehr  als zehn Jahren  an Modellierung, Simulation und Optimierung von Transportsystemen und dem Einfluss von menschlichem Verhalten darauf. Der richtige Mann also, der in Mannheim, wo das Auto, das Fahrrad, der Traktor, der Fahrstuhl, das Luftschiff erfunden wurde, über die Zukunft der Mobilität sprechen sollte. „Mannheim ist sozusagen die Wiege der Mobilität“, begrüßte Karmen Strahonja, Geschäftsführerin der Stadtmarketing Mannheim-Gesellschaft, den Gast im „Marketing-Cafe“.   Ort der Veranstaltung war das Technoseum, wo gerade die Ausstellung  „2 Räder – 200 Jahre. Freiherr von Drais und die Geschichte des Fahrrades”  zu sehen ist.

„Wohin bewegen wir uns? Die Mobilität der Zukunft“ war das Thema des Abends. Überaus humorvoll nahm Deutschlands bekanntester „Stauforscher“ die Gäste mit auf seine Reise in die Zukunft.  Wer von Michael Schreckenberg  aber konkrete Antworten auf die Frage erwartet hatte, wie eine staufreie Zukunft aussieht oder wie sich Städte aus dem täglichen Verkehrschaos des Berufsverkehrs befreien könnten, wurde enttäuscht. „Es gibt keine Patentrezepte und wenn es Lösungsansätze gibt, sehen die für jede Stadt anders aus“, so der 60-Jährige.

Konkrete Antworten konnte es auch nicht geben, dazu ist das Thema viel zu komplex. Prof. Schreckenberg  zeigte jedoch einige Schwachstellen auf. Hauptknackpunkt für ihn sind die Schnittstellen der einzelnen Verkehrsträger, die  nicht aufeinander abgestimmt sind. In den Städten ist es weniger der Pkw-Verkehr, sondern der Zuliefererverkehr, der zu verstopften Straßen führt. Es fehlt aber seiner Ansicht nach auch Parkraum vor allem vor der Stadt, der Pendlern das bequeme Umsteigen in ein anderes Verkehrsmittel  ermöglicht, damit sie zum Arbeitsplatz kommen. Dreißig bis vierzig Prozent des innerstädtischen Verkehrs macht allein die Parkplatzsuche aus, führte er an.

Gute Chancen für Mobilitäts- und Verhaltensveränderungen sieht der Verkehrsforscher bei der jungen Generation. „Es muss gelingen, die jungen Menschen mitzunehmen und den öffentlichen Nahverkehr einfacher und attraktiver zu machen.“ Denn, auch das stellte der Verkehrsforscher fest, bei den Jungen findet  vor allem in den Städten  ein Umdenken statt. Sie haben erkannt, dass ein Pkw totes Kapital ist. Er steht  fast den ganzen Tag, kostet  Kfz-Steuer, Versicherung,  braucht Winterreifen,  verliert an Wert,  auch wenn er nicht genutzt wird. Wo liegt also die Zukunft? Verreisen nur noch per Google, mehr  Elektroautos, solargetriebene Fahrzeuge,  Carsharing,  Lastkraftwagen, die aneinander gekoppelt in Kolonne fahren, noch mehr Technik in den Individualfahrzeugen?   Sein Fazit: „Es gibt nicht die Antwort, es muss noch mehr geforscht werden.“

Beim  Gang durch die Ausstellung bekamen die Gäste des Marketing-Cafés dann Gelegenheit, die einzelnen Entwicklungsphasen des Fahrrads zu sehen. Denn: 2017 feiert Mannheim  seinen  Erfinder  Karl Drais. Der  Freiherr fuhr am 12. Juni 1817 mit seiner Laufmaschine, von Mannheim nach  Schwetzingen und wieder zurück. Das war  die Geburtsstunde der individuellen Mobilität.

Marketing Café (28.11.2016)

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Marketing-Café am 28.11.2016

Wohin bewegen wir uns? – Die Mobilität der Zukunft.

Mannheim ist die Geburtsstadt der individuellen Mobilität: Vor 200 Jahren startete Freiherr von Drais hier die allererste Radtour. 70 Jahre später entwickelte Carl Benz in Mannheim den ersten Patent-Motor-Wagen. Heute sind leistungsstarke Elektroräder, autonome Autos und multimediale Bordcomputer längst keine Zukunftsvisionen mehr. Transport und Verkehr sind in unserer hoch technisierten und auf Mobilität aufbauenden Welt zwei große Zukunftsaufgaben, die es zu lösen gilt. Täglich vergrößert sich die Menge der Waren, Güter und Personen, die auf den Verkehrswegen transportiert werden müssen. Planbarer Verkehr, weniger Staus und eine entlastete Umwelt: Prof. Dr. Michael Schreckenberg forscht mit großen Fahrzeugherstellern nach Lösungen für eine vielversprechende Zukunft.

Professor Dr. Michael Schreckenberg ist Deutschlands bekanntester Verkehrs- und Verhaltensforscher. Nach seiner Promotion an der Universität Köln, erhielt er die erste deutsche Professur für Physik von Transport und Verkehr an der Universität Duisburg-Essen. Heute ist der theoretische Physiker Inhaber des Lehrstuhls „Physik von Transport und Verkehr“ an der Universität Duisburg-Essen. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet er an Modellierung, Simulation und Optimierung von Transportsystemen in großen Netzwerken und dem Einfluss von menschlichem Verhalten darauf. Weitere Forschungsschwerpunkte von Michael Schreckenberg liegen unter anderem in den Bereichen „Online-Verkehrsprognose“ und „Analyse von Menschenmengen in Panik“.

Die Veranstaltung findet im TECHNOSEUM Museumsstr. 1 | 68165 Mannheim statt und beginnt um 17.30 Uhr.

Die Teilnahme ist kostenlos. Aufgrund der begrenzten räumlichen Kapazitäten wird um eine Anmeldung gebeten: www.stadtmarketing-mannheim.de/marketingcafe/anmeldung

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Big Data – Fluch oder Segen?

Der Marketing-Experte Prof. Dr. Florian Stahl sprach beim Marketing-Café zum Thema „Digitalisierung der Wirtschaft“

Marketing-Experte Prof. Dr. Florian Stahl beim Marketing-Café - Bild: Stadtmarketing Mannheim GmbH, Andreas Henn

Marketing-Experte Prof. Dr. Florian Stahl beim Marketing-Café - Bild: Stadtmarketing Mannheim GmbH, Andreas Henn

Bereitwillig zücken wir als Kunden die Payback-Karte an der Supermarktkasse und liefern damit Informationen über unseren Einkauf. Bei jeder Google-Suche hinterlassen wir Spuren im Internet. Auf Facebook lassen wir die Mitmenschen wissen, was wir liken. Bei all diesen Aktivitäten werden Daten generiert, sie verschwinden nicht, wenn wir den Computer oder das Smartphone ausschalten. Was passiert mit ihnen? Wer nutzt sie, profitiert von ihnen? Prof. Dr. Florian Stahl, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing II an der Mannheimer Fakultät für Betriebswirtschaftslehre, war Gast des jüngsten Marketing-Cafés und zeigte an vielen Beispielen auf, wie „Big Data“ funktioniert. Karmen Strahonja, Geschäftsführerin der Stadtmarketing GmbH, begrüßte den „Marketing-Experten“ im Technologiezentrum MAFINEX vor rund 70 Gästen. Bei der anschließenden angeregten Diskussion zeigte sich, dass „Digitalisierung der Wirtschaft“ ein Thema ist, das den Nerv der Zeit trifft.

Nach seiner Promotion an der Universität St. Gallen war Prof. Dr. Florian Stahl drei Jahre lang als Postdoc an der Columbia Business School in New York und anschließend als Assistenzprofessor für Quantitatives Marketing am Institut für Betriebswirtschaftslehre der Universität Zürich tätig. Er beobachtet seit Jahren, wie global tätige Unternehmen agieren, wie sie die gesammelten Daten für ihre Marktstrategien nutzen. „Die Digitalisierung schreitet voran und frisst sich durch unser Leben“, brachte es der Experte auf den Punkt. Denn: In fast allen Lebensbereichen werden Daten gesammelt und genutzt, um den Kunden personalisierte Angebote zu machen, wie sie insbesondere von jungen Menschen gewünscht werden. Sei es beim maßgeschneiderten Service der Banken, beim personalisierten Netflix-Fernsehprogramm, bei der Urlaubsplanung oder im Gesundheitsbereich. Man kann das gut finden oder nicht, es ist Realität und man muss sich der Herausforderung stellen, so Stahl. Denn: „Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts“. Während junge Unternehmen das erkannt haben und Daten für ihre Zwecke nutzen, besteht in Deutschland vor allem bei den klassischen Industrieunternehmen noch Nachholbedarf, stellte der Marketingexperte fest und kritisierte, dass die Politik, die Entwicklung verschläft, während sich Unternehmen, Lieferanten und Kunden miteinander vernetzen und gigantische Datenmengen entstehen.

Prof. Stahl hält sich drei Monate im Jahr in den USA auf, wo die Digitalisierung schon viel weiter vorangeschritten ist als in Europa. Aufgrund seiner Beobachtungen sieht er die Gefahr, dass deutsche Unternehmen abgehängt werden könnten, weil sie die Daten nicht marktstrategisch nutzen „Es ist noch nicht zu spät, wir müssen noch keine Angst haben“, konstatierte er. Die Sammelwut der Unternehmen sei noch in einem relativ frühen Stadium, in zehn Jahren werde das völlig anders sein, so Stahl. Dann werden jene Unternehmen auf der Strecke bleiben, die sich die Daten nicht zunutze machen. Deutsche Unternehmen müssten sehr aufpassen, dass ihnen am Ende nicht nur noch die Rolle der Zulieferer bleibt, warnte er.

Am Beispiel des amerikanischen Online-Versandhändlers Amazon zeigte Stahl auf, wie ein Konzern in den Markt eingreifen kann. Das von Amazon angebotene elektronische „Lesebuch Kindle“ ermöglichte es dem Unternehmen, die Lesegewohnheiten der Leser zu durchleuchten: Welche Autoren werden bevorzugt, wann legt der Leser das Buch weg, liest er es zu Ende, an welcher Stelle steigt er aus? Aufgrund dieser gesammelten Daten ließen sich Aussagen über zukünftig (nicht mehr) erfolgreiche Autoren treffen. Bei der Datenanalyse stellte der Konzern zudem fest, dass plötzlich unbekannte Autoren ohne Verlagsbindung auf der Bestsellerliste landeten. Amazon köderte daraufhin langjährige Buchautoren mit höheren Honoraren und lockte sie von ihren Verlagen weg. Konsequenz: Die Verlage kamen in wirtschaftliche Schwierigkeiten, weil Amazon aufgrund seiner Datenanalyse in den Markt eingegriffen hatte.

Marketing-Café (08.11.2016)

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Marketing-Café am 08.11.2016

Alles messbar oder was? Marketing im Zeitalter von Big Data

Die Digitalisierung der Wirtschaft ist der Megatrend des 21. Jahrhunderts und nimmt immer weiter Fahrt auf. Schon heute sind Unternehmen, Lieferanten und Kunden miteinander vernetzt, tauschen sich in Echtzeit aus und generieren dabei gigantische Datenmengen, die sich nicht nur für strategische Entscheidungen im Unternehmen, sondern auch für die Vermarktung nutzen lassen.

Wie das gelingt, erklärt Prof. Dr. Florian Stahl in seinem Vortrag zum Marketing in Zeiten der digitalen Transformation. Ob Daten zum Konsumverhalten, Interaktionen in sozialen Medien oder Online-Netzwerken – anhand verschiedener Beispiele zeigt er auf, wie einzelne Unternehmen mit der Vielzahl von Informationen umgehen, welche Potenziale die Analyse von „Big Data“ bietet und wie daraus neue Geschäftsmodelle und Wettbewerbsvorteile entstehen können. Denn eines haben viele Studien gezeigt: Unternehmen, die Entscheidungen mittels Zahlen und Analysen treffen, sind erfolgreicher als Betriebe, die auf Bauchentscheidungen setzen.

Der Referent: Prof. Dr. Florian Stahl
Professor Dr. Florian Stahl ist Inhaber des Lehrstuhls für Marketing II an der Mannheimer Fakultät für Betriebswirtschaftslehre. Nach seiner Promotion an der Universität St. Gallen war er drei Jahre lang als Postdoc an der Columbia Business School in New York und anschließend als Assistenzprofessor für Quantitatives Marketing am Institut für Betriebswirtschaftslehre der Universität Zürich tätig.

In seiner Forschung widmet er sich Fragestellungen rund um die „digitale Ökonomie“ – insbesondere im Kontext der „Sozialen Medien“. Weitere Forschungsschwerpunkte von Florian Stahl liegen unter anderem in den Bereichen „Preisgestaltung digitaler Produkte“ und „Psychologie des Entscheidungsverhaltens“.

Die Veranstaltung findet im MAFINEX-Technologiezentrum Mannheim, Julius-Hatry-Straße 1 | 68163 Mannheim statt und beginnt um 17.30 Uhr.

Die Teilnahme ist kostenlos. Aufgrund der begrenzten räumlichen Kapazitäten wird um eine Anmeldung gebeten: www.stadtmarketing-mannheim.de/marketingcafe/anmeldung

 

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